Dienstag, 31. Januar 2017

Perfektes Augenmaß

Einer der Gründe, warum Alkohol auf Baustellen nur ungern gesehen wird. An einer Raststätte im französischen Nantua an der Autoroute d' Titans nimmt man es mit solchen Feinheiten genauso genau wie das Lesen der Wasserwaage. Hauptsache man kann durch gucken.

Samstag, 28. Januar 2017

Was will man mehr?

Seit Donnerstag stehe ich also nun auf einem französischen Rastplatz an der Autoroute d' Titans und warte auf die Verladung eines mobilen Krans. Tolle Gegend, so viel Natur. Aber auch nur das.

Das Warten ein grundlegender Teil der Stellenbeschreibung eines Schwerlastfahrers ist, darüber müssen wir nicht sprechen.

Das man sich den Parkplatz nicht immer nach den persönlichen Auswahlkriterien wählen kann ist ebenfallls logisch.

Aber offemsichtlich hat sich noch niemand mit der Frage beschäftigt,  wie frustrierend ein französisches Frühstück an einem Sonntag Morgen um acht wohl sein kann, wenn man ohnehin bedient ist.

Freitag, 27. Januar 2017

Bebildertes

Ab heute werde ich hier ständig bebilderte Impressionen aus dem Arbeitsalltag posten.
Heute ist es besonders langweilig. Mit meinem Lkw ist es nicht immer so einfach eine Rückladung zu organisieren. Das daraus ein langes Wochenende in der Einöde wird, verbuche ich mal unter "Shit happens".
Für mich heißt das. Warten auf einem französischen Rastplatz. Bonjour Tristesse.

Sonntag, 22. Januar 2017

Mit 62 Tonnen durch das Siegerland

Höher, breiter, schwerer. Kurz vor dem Aufsetzen. Noch hängen die 42 Tonnen wenige Zentimeter über dem Auflieger.
In der vergangenen Woche hatte ich mal wieder einen schönen Brummer auf dem Auto. Bei der Maschine, die den Weg von Dillenburg im Siegerland zu uns ins schöne Remscheid finden sollte, handelt es sich um ein sogenanntes CNC-Bearbeitungszentrum in groß. Allein drei Komplettladungen Zubehör wurden schon abtransportiert. Hier zeige ich Euch ein paar Impressionen von der 10-stündigen Verladung und erzähle Euch, was mich besonders geärgert hat.


Immer wieder ein spannender Augenblick, wenn eine solche Maschine nach vielen Jahren in der Werkhalle wieder an das Sonnenlicht kommt. Kollege Marco bereitet das Anhängen der Maschine vor. Allein die graue Traverse oben auf der Maschine wiegt schon mehr als zwei Tonnen

Breiter, schwerer, höher


Wie man auf dem ersten Bild schon sieht, ragt die Maschine seitlich und oben weit über die normalen Abmessungen hinaus. Mit einer Breite von 3,49 Metern, einer Höhe von 3,58 Metern und einem (vom Versender) angegebenen Gewicht von 37 Tonnen ist schon klar, dass es sich um einen genehmigungspflichtigen Schwertransport handelte. Dass die Maschine später an der Waage des Krans 42Tonnen anzeigte, wunderte da schon fast niemanden mehr. Glücklicherweise ließ die Genehmigung für diesen Transport für diese Abweichung genügend Spielraum.

Etliche Stunden gehen für die sorgfältige Sicherung der Ladung drauf. Da gibt es keinen Spielraum, Sorgfalt und Fehlerfreiheit sind bei der Verladung die beste Lebensversicherung für alle Beteiligten und Unbeteiligten.


Das ist leider nicht immer so und oft kommt es dadurch zu langen unvorhergesehenen Verzögerungen. Für uns Schwerlastfahrer heißt das dann: Abwarten und Tee trinken. Geduld ist eben eine Tugend. Extrem kompliziert und teuer kann so was zusätzlich werden. Besonders im europäischen Ausland lassen sich bei den zuständigen Behörden bei der Neuerteilung derartiger Genehmigungen ganz phantastische Überraschungen erleben. In manchen MOE-Ländern kann so eine Genehmigung auch mal schnell 2500 Euro kosten. Davon blieben wir diesmal, Gott sei Dank, verschont.

 Um derartige Abmessungen unter Plane zu transportieren wird der Trailer breiter und höher gemacht. Für uns Tagesgeschäft. Plane, Rungen, Spriegel.... alles muss aus dem Weg. Allein der Auf- und Abbau des Trailers nehmen da schon einiges an Arbeit in Anspruch.


Ärgerliche Versäumnisse


Die Autobahn 45 ist eine der Lebensadern des Industriestandortes Nordrhein Westfalen. Die sogenannte Sauerlandlinie wird mit ihrer Länge von 257 Kilometern und ihren 73 Brücken nicht ohne Grund auch als Königin der Autobahnen bezeichnet. Bleiben wir bei dem Bild der königlichen Autobahn, bleibt leider nichts anderes, als der A 45 zu attestieren, dass es sich um eine äußerst marode, klapprige und vernachlässigte Königin kurz vor dem Ableben handelt.

Einmal mehr kann man auch hier der Politik das astreine Vollversagen vorwerfen, das wir schon seit Jahren staunend mit offen stehenden Mündern zur Kenntnis nehmen. Während sich eine rot-grüne Landesregierung damit beschäftigt, eine völlig verfehlte Sozial- und Bildungspolitik schön zu schreiben um diese im Wahljahr 2017 als vermeintliche Erfolge zu verkaufen, modern und rotten die wichtigsten Lebensadern zur Versorgung der Wirtschaft NRW's stillschweigend vor sich hin bis sie endgültig sterben.

Mit Taschenspielertricks versucht man die Lebensdauer der Brücken noch um ein paar Jahre hinauszuzögern. Dann kann man dem politischen Nachfolger in einigen Jahren bequem die schuld für das eigene Versagen in die Schuhe schieben. So funktioniert wohl Politik. Bild Wikipedia, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Von der Bahn lernen heißt Siegen lernen


Hartmut Mehdorn, der Tausendsassa unter den deutschen Spitzenmanagern, hatte es mit der für (ursprünglich) 2005 geplanten Privatisierung der Bahn ja schon vorgemacht. Dort war man nämlich bei der Bewertung der Streckenqualität auf eine wahrhaft salomonische Idee gekommen. Statt zuzugeben, dass Züge wegen maroder Streckenabschnitte langsamer fahren mussten und dadurch Verspätungen verursachen, senkte man die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf den Gleisabschnitten schlicht und höchst offiziell ab und schrieb den Fahrplan zu den neuen Fahrtzeiten einfach mal schnell um. Schon passte wieder alles.

Diesen Taschenspielertrick machen sich die Verantwortlichen dann auch auf der langsam und qualvoll dahinsiechenden A45 in ähnlicher Weise zunutze. Dort senkt man die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Lkw auf Brücken kurzerhand auf 60 Stundenkilometer und gibt bei Staus teilweise einen Mindestabstand von 70 Metern vor. Tadaa – schon hat man die Haltbarkeit der Brücken um weitere 10 Jahre verlängert. 

Das fördert natürlich nicht das Vertrauen der Autofahrer, weder in Brücken noch in die Politik, aber man muss konstatieren, dass die verantwortlichen Politiker sich so auf clevere Weise bis zum nächsten Gong über die Runde gerettet haben. Und wer weiß schon was in 10 Jahren ist? Dazu könnte ich noch einiges schreiben aber ich will diese Seite nicht zu politisch werden lassen. Natürlich entspricht diese Darstellung nur bedingt der tatsächlichen Situation aber hey – es fühlt sich verdammt noch mal so an, für uns Fuhrleute!

Bergauf bergab im Siegerland


Festzuhalten ist, dass es für Großraum- und Schwertransporte nicht so einfach ist, die wichtige Versorgungsader zwischen NRW und dem Süden Deutschlands zu befahren. Das ist insbesondere für die im Siegerland stark vertretene Schwerindustrie ein großes Problem.

Mit unserer Überbreite von 3,49 Metern und rund 4,40 Meter Höhe mussten wir jedenfalls von Dillenburg bis Haiger die gesamte Kalteiche über Land- bzw. Bundesstraßen hoch und wieder runter fahren. An solchen Steigungen wird einem schnell klar, was das Gewicht von 62 Tonnen bedeutet. Das Hinauffahren ist für den MAN kein Problem, das Gewicht aber auf der anderen Seite auf den steilen Gefällstrecken des Siegerlandes zu bremsen, ist schon eine kleine Herausforderung, denn die verschleißfreie Dauerbremse (Retarder) schafft das alleine nicht mehr.

Natürlich ist so ein Transport an Auflagen und Bedingungen geknüpft. Erste Auflage: Nicht vor 22 Uhr fahren. kein Problem, kann ich. Zweite Auflage: Die vorgegebene Route: Von Dillenburg (eigentlich nur 900 Meter bis zur BAB) mussten wir über die Bundesstraße bis Haiger. Erst dort durften wir dann auf die A 45, um diese sofort in Wilnsdorf (eine Ausfahrt weiter) wieder zu verlassen.

Im Winter nachts auf unbekannten dunklen schmalen Landstraßen zu fahren kann schon ohne Schwertransport eine große Herausforderung sein. Kälte, Glätte, steile Berge hoch und runter immer wieder... als Fuhrmann bekommt man schon einiges für sein Geld geboten.

Die weitere Route verlief dann über Landstraßen bis nach Siegen. Erst dort durften wir wieder auf die BAB. Eine alternative Strecke zu fahren ist nicht erlaubt, denn die Streckenführung ist in solchen Fällen bei Großraum- und Schwertransporten oft streng vorgeschrieben. Natürlich hat niemand der Verantwortlichen darüber nachgedacht, dass die Strecke über diese kleinen Landstraßen und Dörfer im Winter durch den an den Fahrbahnen aufgeschobenen Schnee noch schmaler wird. Der Gegenverkehr tat mir schon fast leid.

Dabei fiel der Umstand, dass es sich bei dem Fahrer des Begleitfahrzeugs um einen jungen Mann handelte, der erst seinen dritten Schwertransport begleitete und entsprechend unerfahren war, kaum noch ins Gewicht. Bis auf einen kleinen unwesentlichen Patzer hat der Begleitfahrer den Job trotz seiner Unerfahrenheit recht gut erledigt. Dass der junge Mann namens Christoph (so wie ich) aus der gleichen Region des schönen Sauerlandes stammen, hat den Sympathie-Score sicherlich auch beeinflusst.


Das ernüchternde Fazit der Tour 


Die Politik muss langsam die Hacken in den Teer schlagen und unsere Infrastruktur auf Vordermann bringen, denn sonst die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit NRWs in einigen Jahren ernsthaft gefährdet. Dann stirbt nicht nur die alte Königin A 45 am Verkehrs-Infarkt sondern dann landen auch alle anderen Bundesautobahnen in Kürze unweigerlich in der geriatrische Abteilung.

Freitag, 20. Januar 2017

2 Wochen Funkpause

Bei zwei "passenden" Ladekabeln und unter insgesamt 17 Adaptern befindet sich kein passendes Anschlussstück für ein so exotisches Notebook wie das HP 350 G2. Fazit: Man darf nicht alles glauben, was stimmt - das gilt besonders für Produktbeschreibungen und die Beratung im Fachgeschäft
Das ich in den letzten 2 Wochen nichts schreiben konnte liegt nicht daran, dass ich nichts zu erzählen gehabt hätte. Bereits am neunten Januar war ich Richtung Portugal aufgebrochen um dort ein Anbauteil für eine Plastikspritzgussmaschine in die Gegend um Lissabon zu liefern. Dabei ging meinem Notebook schlicht die Stromversorgung aus...

Freitag, 6. Januar 2017

Firmenumzug im Ravensburger Land

7 Achsen, 26 Räder, rund 600 PS und bis zu 70 Tonnen schwer... das nenne ich einen Job mit Rock 'n Roll
Als Maschinentransporteure sind wir mit einer regulären Spedition, etwa aus dem Stückgutbereich, nicht vergleichbar. Auch wenn ich aus Erfahrung weiß, dass man gerade im Stückgut "fast alles" fährt, finde ich persönlich meine jetzige Branche wesentlich spannender. Heute will ich Euch mal eine Bilderserie zeigen, die ich in der letzten Woche während eines Unternehmensumzugs gemacht habe.